Schaub: Ziel des „Systems Kohl“ war Ausschaltung der Demokratie

Schäuble, Süssmuth und Biedenkopf beschreiben in ihren jetzt erschienenen Büchern zum "System Kohl" ein brutales innerparteiliches System, welches keinerlei Abweichung duldet und auf Korpsgeist und Deckelung ausgerichtet ist.

Damit werde, so Schaub, auch der Umgang der CDU-Basis in Hessen mit der Scharzgeldaffäre in ein neues Licht gerückt. Ein CDU-Parteitag, wie am 19. Februar in Wiesbaden, bei dem es mitten in der Phase der ersten großen Enthüllungen im Schwarzgeld-Skandal keinen öffentlichen Kassenbericht und keine einzige Nachfrage aus den Reihen der Delegierten zum Finanzgebaren der Landespartei gab, mache deutlich, dass die hessische CDU im Geiste des Kohlschen Systems geführt werde.

Die in den Büchern deutlich werdenden Details untermauern für den SPD-Politiker die Beobachtung, dass es innerhalb der CDU einen Nährboden für geheimbündlerische Systeme gibt. "Egozentrisch und Machtbesessen wird ein kritikfreier Raum geschaffen, der keine Rücksicht auf Rechtsstaat und politische Verantwortung übernimmt, ja geradezu die Ausschaltung demokratischer Kontrolle zum Ziel hat", unterstrich Schaub abschießend.