Walter: Bouffier widerlegt Vorwürfe nicht

"Es grenzt schon an Peinlichkeit, wenn sich der amtierende Innenminister als verfolgte Unschuld geriert und dafür in einem Rundumschlag Medien und Opposition verantwortlich macht, selbst aber weiterhin wenig und nebulös zu Sache aussagt."

Die Einschätzung Staatsanwaltschaft – einhellig von der ermittelnden Staatsanwältin über ihren Behördenleiter bis zum Generalstaatsanwalt – dass Bouffier den Tatbestand des Parteiverrats erfüllt habe, lasse sich nicht mit Hinweis auf unterschiedliche Rechtsauffassungen wegwischen. "Ein derart mangelndes Unrechtsbewusstsein spricht gegen einen Innenminister der mit dem Anspruch angetreten ist, jeden kleinsten Regelverstoß unnachgiebig zu verfolgen", sagte Walter. "Würde Bouffier seinen eigenen Maßstäben gerecht, müsste er sofort zurücktreten."

Bei dem Angebot an die stellvertretende Leiterin der Gießener Staatsanwaltschaft, Polizeipräsidentin zu werden, habe Bouffier entweder jegliches Gespür verloren oder eben doch versucht, auf die Ermittlungen gegen ihn Einfluss zu nehmen.

Weiterhin sehr fragwürdig sei Bouffiers Rolle bei der kolportierten Geschichte von der toten Mafia-Katze. "Herr Bouffier hat damals versucht, sich zum Opfer krimineller Machenschaften zu stilisieren. Das zeigt seine mangelnde Professionalität und seinen Drang, sich Mitleid erheischend darzustellen. Wie soll so ein Innenminister eine ernsthaftes Problem in seinem Ressort angemessen bewältigen, wenn er schon aus ein er toten Katze einen mafiösen Vorgang konstruiert."